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1. MBSR / Achtsamkeitsmeditation und Stress

Stress ist eine gedankliche, gefühlsmäßige und körperliche Reaktion auf einen Reiz. Hierbei wird unterschieden zwischen Eustress, dem guten, belebenden Stress und Distress, dem energieraubenden, unangenehmen Stress. Es ist wichtig zu erkennen, dass der negative Stress durch die normalerweise unbewusst ablaufende negative Bewertung einer Situation oder eines Reizes entsteht, was dann körperliche Reaktionen wie feuchte Hände und Achseln, muskuläre Verspannungen, einen beschleunigten Herzschlag und flache, schnellere Atemzüge hervorruft. Verbunden damit können Gefühle von Ärger, Ausgeliefert-Sein, Hilflosigkeit, Angst, Unruhe u.s.w. auftreten und auch die Gedanken werden unruhiger und sprunghafter, was wiederum zu einer Verstärkung des körperlichen und emotionalen Zustandes führt.

Normalerweise klingt eine solche Stressreaktion nach Bewältigung oder Vermeidung der Situation wieder ab und das Körper-Seele-Geist System kommt wieder ins Gleichgewicht. Leider haben wir es in der heutigen Zeit oft mit andauernden Stressoren zu tun, so dass es manchmal unmöglich erscheint zur Ruhe zu kommen. Dauerhafter Stress, darüber ist sich die naturwissenschaftliche Forschung mittlerweile einig, kann das Immunsystem schwächen, das Verdauungssystem und das Hormonsystem durcheinanderbringen, Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis hervorrufen und auch psychisch krank machen, wobei sich körperliche und seelische Symptome gegenseitig verstärken können.

Wie kann nun MBSR helfen?

Im MBSR-Kurs üben wir zusammen Achtsamkeit. Achtsamkeit bedeutet auf eine bestimmte Art aufmerksam auf den gegenwärtigen Moment zu sein ohne zu bewerten. Dabei nehmen wir eine liebevolle, mitfühlende Haltung für uns selbst ein.  Durch verschiedene Übungen wird die Wahrnehmungsfähigkeit  für  Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken verbessert. Schon alleine diese vertiefte Erforschung unserer selbst ist für viele Menschen ein großer Gewinn und sehr spannend. Im weiteren Prozess üben wir das genaue, wertfreie, liebevolle und gelassene beobachten aller Phänomene in uns, also Körperempfindungen, Gedanken und Gefühle in diesem Moment. Mit der Zeit wird das Erfahrungswissen immer klarer, dass alles einem ständigen Wandel unterworfen ist, dass alle diese Phänomene kommen und wieder gehen. Indem wir uns unserer Reaktionen auf verschiedene Reize im wahrsten Sinne bewusst werden, erlangen wir auch die Fähigkeit, negative Bewertungen und die gefühlsmäßigen und körperlichen Reaktionen darauf loszulassen. So lernen wir, im Auge des Sturmes in innerer Ruhe und Stille zu verweilen. In uns entstehen Handlungsalternativen zum besseren Umgang mit den ursprünglich als belastend empfundenen Situationen. Wir können agieren statt zu reagieren. Leider bringt es nicht viel, diese Dinge rein kognitiv intellektuell zu verstehen. Die wirkliche Kraft der Achtsamkeit entfaltet sich über die Erfahrungsebene und ich möchte sie dazu ermutigen, sich mit mir in einem MBSR-Kurs auf diese Ebene einzulassen.